Uncategorized

Ich hasse es! Und es passiert so oft!

Baby sei doch froh, wenn dich mal einer anfasst …

Leider wird diese Seite in der letzten Zeit von nicht Vielen genutzt, was aber sicher nicht damit zusammenhängt, dass es keine Übergriffe, in welcher Form auch immer, gibt.

Ich war letztes Wochenende in der Neustadt tanzen. Einer der Herren tanzte den ganzen Abend um mich herum, sprach mich aber nicht an. Als ich mich für einen Moment an den Rand stellte, ging er an mir vorbei und packte mir dabei an den Hintern. Sofort stieg die Wut in mir hoch. Ich hasse es! Und es passiert so oft! Inzwischen habe ich zum Glück gelernt sofort zu reagieren. Ich bin ihm nachgelaufen und habe ihm zugerufen, dass er mich nicht ungefragt anzufassen hat. Sein Freund stand daneben und meinte doch allen Ernstes: „Baby, reg dich doch nicht so auf, sei doch froh, wenn dich mal einer anpackt.“ Ich dachte ich höre nicht richtig. Der Täter schaute mich hochgradig aggressiv an, deutete eine Geste an, als würde er auf den Boden spucken und ging weg. Etwa eine halbe Stunde später zog er noch einmal an mir vorbei und rempelte mich absichtlich mit der Schulter.

Während ich das schreibe, rast mein Herz vor Wut.
Ich wollte diese Geschichte mit euch teilen.

no comments
Uncategorized

Offener Brief von Hollaback! zu den Ereignissen aus Köln #OurStreets

Hollaback! (engl.: “Brüll zurück!”) ist eine internationale Bewegung von lokalen Aktivist*innen, die Belästigungen im öffentlichen Raum beenden will. Wir arbeiten zusammen, um die Hintergründe von Belästigungen besser zu verstehen, Bewusstsein zu schaffen und gemeinschaftlich Lösungen zu bieten. Wir stehen gemeinsam als eine globale Gemeinschaft, um öffentlich die diskriminierende und beleidigende mediale Berichterstattung um die Angriffe in Köln zu kritisieren.

 

Im Angesicht von gesteigertem, öffentlichem Bewusstsein und medialer Aufmerksamkeit in Europa als Folge der Angriffe in hauptsächlich Köln, aber auch anderen deutschen Städten, ist es wichtig diesen Moment zu nutzen und die schädigenden Mythen um Belästigungen im öffentlichen Raum aufzulösen und für das Recht auf sichere und gleichberechtigte öffentliche Räume für alle einzustehen.

 

Belästigungen im öffentlichen Raum – cat calling (engl.: Pfeifen, Schmährufe), diskriminierende Sprache / Hassrede, Grapschen, öffentliches Masturbieren und Stalking – sind eine alltägliche Tatsache für viele Frauen, LSBTTIQ Menschen und people of colour. Nach einer Studie der Cornell University können sie Depressionen, Wut und Angst auslösen. Belästigungen im öffentlichen Raum beschränken unseren Zugang zu freien und gleichberechtigten öffentlichen Räumen und stärken bestehende Machtungleichgewichte.

 

Wir unterstützen die Menschen, die Ziel dieser Gewalt und Belästigungen geworden sind, sowohl in den jüngsten Angriffen als auch zuvor. Wir hören euch und wir glauben euch.

 

Wir sind dagegen enttäuscht und befremdet davon, wie viele Medien die sexualisierte Gewalt zu Silvester in Köln als neues Phänomen, importiert durch „Ausländer und Migranten“, darstellen. Dabei ist es Realität, dass Belästigungen im öffentlichen Raum ein andauerndes und tiefgreifendes Problem sind. Ein Problem, das Frauen, LSBTTIQ Menschen und people of colour, in der ganzen Welt betrifft. Belästigungen im öffentlichen Raum sind kein neues Problem. Darüber zu berichten, als hätte es vor diesen viel berichteten Vorfällen nicht existiert oder als wäre es nur etwas, was Migranten tun, ist äußerst problematisch. Es ist falsch. Hollaback! hat Daten zu Belästigungen weltweit seit über 10 Jahren gesammelt.

 

Bisher haben uns über 9000 Geschichten aus der ganzen Welt über Belästigungen im öffentlichen Raum erreicht. Diese werden der Öffentlichkeit über unsere Website und App zugänglich gemacht, sowie durch Publikationen wie Harassment Is: An exploration of identity and street harassment. Die Zahlen zeigen, dass Belästigungen am häufigsten in stark frequentierten Räumen stattfinden, darunter die U-Bahn und öffentliche Verkehrsmittel allgemein.
Belästigung ist nicht auf eine soziale Gruppe beschränkt. Aus den Erzählungen von Belästigungen, die uns täglich erreichen, und aus aktueller Forschung wird deutlich: Menschen, die andere belästigen, haben alle möglichen ethnischen und sozioökonomischen Hintergründe. Vielmehr wird Belästigung durch eine ungleiche Gesellschaft möglich gemacht, die die Freiheit einiger Personen zu Mobilität und Sicherheit beschränkt und damit zu ungleichem Zugang zu öffentlichen Räumen führt.

 

Wir weigern uns, es zuzulassen, dass vermehrtes Bewusstsein für Belästigung im öffentlichen Raum für rassistische und xenophobe Politik instrumentalisiert wird. Was bei der Auseinandersetzung mit dem Thema immer wieder betont werden muss, ist der Mangel an Freiheit für Frauen, LSBTTIQ Personen und people of colour im öffentlichen Raum.

 

Erst letztes Jahr hat Hollaback! zusammen mit der Cornell Universität die bisher größte weltweite Umfrage zu Belästigungen im öffentlichen Raum durchgeführt. Wir stellten fest, dass über 84 % der teilnehmenden Frauen weltweit vor ihrem 18. Lebensjahr in der Öffentlichkeit belästigt wurden und dass über die Hälfte der Teilnehmenden berichtete, im letzten Jahr gegen ihren Willen begrabscht worden zu sein.
Laut einer Umfrage Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, an der 42.000 Frauen in der EU teilnahmen, haben über 55 % von ihnen sexuelle Belästigung erfahren, bevor sie 15 waren. In Deutschland, wo der Vorfall stattfand:

  • berichten 85 % der Frauen, Belästigung im öffentlichen Raum erfahren zu haben, bevor sie 17 waren;
  • wurden 66 % der Frauen im letzten Jahr unangemessen und gegen ihren Willen berührt;
  • fanden sich 70 % der Frauen im letzten Jahr in einer Situation, in der ihnen ein Mann oder eine Gruppe von Männern auf eine Art und Weise folgte, die sie sich unsicher fühlen ließ;
  • haben 14 % der Frauen dieses beängstigende Verhalten mehr als 5 mal erlebt;
  • berichteten über die Hälfte der Teilnehmenden, dass Belästigungen im öffentlichen Raum (oder die Angst davor) dazu geführt haben, dass sie eine andere Route nahmen oder ein anderes Transportmittel benutzten, eine Veranstaltung zu einer anderen Zeit verließen, oder weniger unter Leute gingen und
  • einige Teilnehmende berichteten, dass sie wegen Belästigung ihren Job kündigten, nicht zur Arbeit gingen, oder sogar in eine andere Stadt gezogen sind.

 

Was wir insgesamt aus der bisherigen qualitativen und quantitativen Forschung erkennen können, ist, dass Belästigungen im öffentlichen Raum überproportional junge Frauen und Mädchen, people of colour, und die LSBTTIQ Gemeinschaft treffen. Belästigungen sind ein Ausdruck ineinandergreifender und sich überschneidender Unterdrückungsmechanismen. Sie können sexistisch, rassistisch, transphobisch, ableistisch, klassistisch, oder „sizeist“ (aufgrund von Körperformen) sein.
Die Erfahrungen einzelner Personen mit Belästigungen im öffentlichen Raum müssen eingebettet verstanden werden: in den historischen Kontext, die gesellschaftlichen Vorurteile und das Klima der Ungleichheit, die sie beeinflussen.

 

Hollaback! Berlin schreibt dazu:

 

Seit dem Neujahrsabend und der zu weiten Teilen undifferenzierten Medienberichterstattung dazu scheint es ein neues Interesse am Thema sexualisierte Gewalt zu geben. Bisher waren uns nicht viele Berichte und Diskussionen über sexualisierte Gewalt bekannt, das Problem selbst oder dessen Wurzeln werden jedoch weiterhin nicht diskutiert. Vielmehr werden rassistische und kulturalistische Mythen über die vermeintlichen Täter reproduziert. Die Übergriffe in Köln und anderen deutschen Städten werfen viele Fragen auf. Bis dato ist es immer noch mehr oder weniger unklar, was genau passiert ist, von wem dies ausging und wie solche Übergriffe in einem öffentlichen Raum überhaupt möglich waren. Wie kann in einer Situation mit, laut Berichten, mehr als 1000 anwesenden Menschen und offenbar mit ebenfalls großer Polizeipräsenz eine so große Anzahl von sexualisierten Übergriffen stattfinden ohne dass interveniert wird?

 

Eine Antwort darauf ist, dass die deutsche Gesellschaft keinerlei Strategien bereit hält, um gegen sexualisierte Gewalt vorzugehen. Die Geschehnisse und die folgende Debatte haben offenbart, dass die deutsche Gesellschaft und das schließt alle Bürger*innen und Institutionen gleichermaßen ein, nicht weiß was sie gegen sexualisierte Gewalt tun kann oder will. Die Gesetze sind unzureichend und schützen Frauen* nicht vor Übergriffen, wie von mehreren Frauenrechtsorganisationen, wie dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, oftmals dargelegt wurde.

 

Die gleichen Politiker*innen, die jetzt Frauenrechte vorschieben um eine rassistische Agenda voran zu treiben, instrumentalisieren die Übergriffe um gezielt Stimmung gegen Geflüchtete zu machen.

 

Wir von Hollaback! arbeiten seit langer Zeit zum Thema sexualisierte Gewalt und jede einzelne Geschichte auf unseren Blogs belegt, dass Belästigungen im öffentlichen Raum eine alltägliche Angelegenheit sind – nicht nur in Deutschland. Deutschland hat ein offenkundiges Sexismusproblem und mit dem immer weiter wachsenden offen rassistischen Bewegungen in Deutschland, müssen Medien, Gesetzesgeber und die Politik nicht nur lernen sexualisierte Gewalt zu bekämpfen, sie müssen die Verbindungslinien (Intersections) von Sexismus und Rassismus verstehen lernen.

 

Vollkommen aus dem Fokus geraten in den offenkundig rassistischen und weiß-männlich dominierten Diskursen „nach“ Köln sind die Betroffenen sexualisierter Gewalt.

Nur wenige Dokumentationen und Stimmen von Betroffenen der Übergriffe in Köln und anderswo wurden veröffentlicht. Keinerlei Aufmerksamkeit wird gleichzeitig auch der Situation von geflüchteten Frauen gegeben. Der öffentliche Diskurs in Deutschland ist nicht daran interessiert sich mit sexualisierter Gewalt zu beschäftigen. Als Ort des Empowerments und Gemeinschaft lädt Hollaback! alle Menschen, die sexualisierte Gewalt erleben oder erlebt haben ein, ihre Kraft zu nutzen und ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

 

Was wir brauchen sind nicht neue Asylgesetze, wir brauchen sichere Orte für ALLE Frauen*. Wir brauchen einen offenen Diskurs, um Gewalt gegen Frauen* zu beenden, angemessene Gesetze und Unterstützung für Betroffene und Überlebende sexualisierter Gewalt.

 

Wenn wir beides besprechen, die Realität von Street Harassment und Community-basierte Lösungen des Problems, müssen wir feststellen, dass Street Harassment ein anhaltendes Problem ist und direkt auf persönliche Merkmale von Betroffenen abzielt und meist (aber nicht ausschließlich) in viel besuchten Orten stattfindet. Street Harassment wird von Menschen aller Hintergründe und „Kulturen“ ausgeübt. Es ist keineswegs ein „Stadt“ Problem oder ein „Köln“ Problem – es ist ein globales Problem und betrifft uns alle.

 

Wir rufen die Öffentlichkeit und die Medien dazu auf, ihre Narrative darüber, was Belästigungen im öffentlichen Raum sind, zu überdenken und die Mythen, die weitere Diskriminierungen und Ungleichheiten zur Folge haben, in Frage zu stellen. Wir rufen dazu auf bei unserem Aktionstag gegen Street Harassment am 4. Februar 2016 mit uns zu demonstrieren, Geschichten zu erzählen und Erfahrungen mit Belästigung zu teilen mit #ourstreets. Gemeinsam können wir die Narrative verändern und sicheren und gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Räumen für alle erreichen.

 

Unterschrieben von:

    • Hollaback! São Paulo
    • Hollaback! London
    • Hollaback! Amsterdam
    • Hollaback! Ottawa
    • Hollaback! Czech / (Ozvi se!)
    • Hollaback! Bahamas
    • Hollaback! Bosnia and Herzegovina 
    • Hollaback! Dresden und Umgebung
    • Hollaback! Berlin
    • Hollaback! Edinburgh
    • Hollaback! Poland
    • Hollaback! Croatia
    • Hollaback! Italy
    • Hollaback! Vegas
    • Hollaback! Vancouver
    • Hollaback! Baltimore

no comments
Uncategorized

Ich hätte nie gedacht, dass das hier passiert.

Am 5.11.15 war ich in der Ostapotheke feiern. Ich steh mit x in einer Ecke und wir machen rum. Plötzlich stellt sich ein Typ neben uns und sagt, „sieht voll schön aus“. Ich schau auf und er so: „wirklich“. X und ich sind perplex und bitten ihn gleichzeitig, doch woanders hinzugehen. Daraufhin entgegnet er mit einem Nein. Wir werden lauter und bitten ihn noch einmal eindringlicher „KANNST DU BITTE WEGGEHEN?!“ Woraufhin er meint: „Nee, das ist ein öffentlicher Raum, ich kann stehen wo ich will. Aber macht ruhig weiter, das stört mich nicht. Ich mag das.“

Ich bin sprachlos und wir gehen zur Bar um die Ecke, um dort Bescheid zu geben, dass wir voll scheiße angemacht wurden und den Typen gebeten haben, doch bitte zu gehen. Dieser verschwindet im Gang und ich seh ihn nicht mehr. Der Barkeeper fragt, ob ich ihn beschreiben könne, doch auf sein Aussehen habe ich in dem Moment nicht geachtet. Woraufhin er meint, dass er dann leider nichts machen könne, denn ohne eine Beschreibung könnten sie ihn ja nicht wiederfinden. Es tue ihm leid, aber wenn er nochmal kommt, können wir ihm ja Bescheid geben. Wir bleiben nun eine Weile an der Bar stehen, mir laufen vor Wut Tränen runter. X nimmt mich in den Arm und hält mich fest.

Hinter mir eine Stimme: „Ich finds immer noch schön.“ Vor mir steht wieder der Typ samt anderer männlicher Begleitung. Ich drehe mich zu dem Mensch hinter der Bar um und sag, „Der is das.“ Dieser fragt, was mit dem genau gewesen wäre. Also erzähle ich ihm nochmal detailliert, was passiert ist. Als ich mich umdrehe, steht der Typ immer noch hinter uns und sieht mich heulen, das macht mich aggressiv. Ich schreie ihn an, dass er doch endlich abhauen und sich verpissen soll. Er reagiert nur mit einem „Was denn? Was haste denn?“ Ich kann nicht mehr, dass er das jetzt echt fragt, dass er sich so sicher fühlt, dass er mich vor mehreren Leuten so anmacht. Ich hau mit der leeren Flasche, die ich in der Hand hab, auf seine Schulter. Er ruft sofort nach der Security. Sein Entsetzen wirkt halb freudig und provozierend. Seine Begleitung neben ihm geht auf mich zu und meint zu mir, „Das kannste doch nich machen.“ Ich schrei, „ich habs ihm zweimal gesagt, dass hier meine GRENZE is!“ Jetzt und erst jetzt spricht eine Frau hinter der Bar irgendwas in ein Funkgerät und ich denk mir, endlich passiert was.

Der Mann von der Security kommt auch – wegen mir. Er fragt mich wiederum, was passiert ist. Ich erzähl die Geschichte also noch einmal. Security, Barkeeper und der Typ stellen sich neben uns in einen Kreis und fangen an zu diskutieren. Der Security geht damit so um wie mit einem etwas lästigen Spruch; einer verkappten Anmache, die ein bisschen too much war. Er checkt nicht, was es heißt, wenn ein Typ zwei Frauen auffordert: macht weiter, ich finds geil. Es ist für ihn nicht krasser Sexismus, der sich als zweifelhaftes Kompliment verkleidet (und Homophobie!). Nach einer Weile wenden sich der Securitymann und der Mensch von der Bar von ihrem Gesprächspartner ab und sagen mir: „Wir haben ihm jetzt gesagt, dass das nicht geht und dass er nicht mehr in deine Nähe kommen soll, is das ok für dich? Wenn er dich wieder blöd anmacht, sag uns Bescheid.“

Aber egal ob er sich jetzt 3 Meter von mir wegstellt oder nicht – ich brauch so nicht mehr weiterfeiern. Ich zucke resigniert mit den Schultern und stelle mich mit x in eine Ecke, da ich keinen Bock mehr habe, das mitzuverfolgen. Sie diskutieren weiter. Plötzlich kommt der Security zu uns und fragt, ob ich den Mann mit einer Flasche geschlagen habe, was ich bejahe – „Das können se doch nich machen. Da kommen se zu uns wenn so was is!!!“ Aber genau das habe ich ja gemacht. Ich erkläre ihm, dass ich schon bei der Bar war. Der Security sagt nichts und beugt sich wieder hoch. X fragt, wieso der Typ nicht einfach rausgeworfen wird und diskutiert noch ein bisschen mit ihm darüber. Dann geht er wieder. Ich sitze noch ne Weile da und ärgere mich dann über mich selbst, dass ich mich so feige rauszieh. Also gehe ich wieder vor zur Bar, wo die drei immer noch diskutieren. Der Typ sagt gerade Sachen wie „das war ein KOMPLIMENT“. Ich schreie, „JAAAA nachdem ich dir drei Mal sag, ICH MAG DAS NICHT!!!“ Der Typ meint, ich könne mich doch auch einfach bei ihm entschuldigen. Ich verstehe, dass ich hier mit dem in einem Raum nichts mehr zu suchen habe, und sag zu den beiden von der Ostapo, dass sie sich entscheiden sollen, einer von uns geht jetzt und dass sie halt wissen müssen, wo sie stehen. Sie gucken mich nur an und sagen nix. Also beschließe ich zu gehen.

Auf dem Weg nach draußen kommt uns beiden jemand hinterher, der scheinbar auch in der Ostapo arbeitet oder aber sich aus anderen Gründen irgendwie verantwortlich fühlt. Er sagt, dass es ihm total leidtun würde, dass wir gehen, aber es wird wohl das Beste sein, so fertig wie ich sei und wünscht uns einen guten Nachhauseweg.

Ich hätte mir ganz ehrlich eine klare Ansage gewünscht. An einem Ort, wo mehrere Leute, die ich kenne, öfters feiern gehen, bekomme ich keinen Support. Ich bin krass enttäuscht von der Reaktion der Leute der Ostapo und fordere sie auf, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie in Zukunft mit so einer Situation umgehen, sodass man sich damit danach wieder wohlfühlen kann. Es hat mich Überwindung gekostet, alles an der Bar zu erzählen, und ich hab deshalb Bescheid gegeben, weil ich mir sicher war, die sind dann völlig selbstverständlich auf meiner Seite. Ich dachte, wenn was Konsens ist, dann das. Stattdessen musste ich dann erst mal anfangen, mich zu erklären und zu rechtfertigen. Dass die Security erst kommt, nachdem ich „handgreiflich“ wurde, geht gar nicht. Dabei habe ich zwei Mal auf das grenzüberschreitende Verhalten hingewiesen und auch danach wurde die Situation nicht richtig bewertet, sondern einfach so abgetan. Ich hätte nie gedacht, dass das hier – an so einem Ort – passiert.

no comments
Uncategorized

Zurückgebrüllt und gewehrt

Ich bin 16 und kleide mich gerne etwas auffälliger, habe lila haare, trage gerne kleider, spitzensöckchen, dies das. Ich finde eher ich ziehe mich an wie eine 5-jährige, was deren Verhalten für mich noch unverständlicher macht. Da mein Freund in Dresden wohnt und ich ebenfalls nur 20 Min weg wohne bin ich oft in Dresden und vor allem auch Richtung Prager Straße unterwegs. Gestern bin ich mit ihm Hand in Hand gelaufen, als wir an einer kleinen Gruppe (ca 4 Leute) vorbeikamen. Als sie anfingen, mir anstößige Bemerkungen hinterherzurufen und Kussgeräusche zu machen habe ich ihnen erst den Finger gezeigt, als sie dann so lächerlich ‚fuck you‘ meinten habe ich ihnen noch ‚youre disgusting!‘ Zugerufen. Mein freund war direkt total aufgebracht, weil uns sowas schon oft passiert ist. Als wir etwas später nochmal an denen vorbei mussten habe ich ihnen dann mal meine Meinung gesagt. Bin deswegen wirklich stolz auf mich, weil das das erste mal war, dass ich mich gegen Street harassment gewehrt habe.
Andere Bemerkungen:
– geile hure
– nutte vom strich
– komm her, lass ficken
– uhh du schöne
– geiler arsch
Und ‚das übliche‘ will ich mal sagen. Nah an einem vorbei gehen, angestarrt werden, generell komische Blicke.
Wie kann man sowas zu einer 16-jährigen sagen. Ganz ehrlich, ich finde das sowas von respektlos.

no comments
Uncategorized

In 15 Minuten

wir haben uns in der rudolf-renner straße getroffen um an einem text weiterzuarbeiten. ich bin dann zum rewe (kesselsdorfer straße) gelaufen um ein bisschen essen zu holen. auf dem weg (15 minuten) wurde ich 2mal angemacht weil ich keinen bh getragen hab. einmal von weiter weg: “geile nippel” und einmal liefen eine frau und drei männer mit hund an mir vorbei und es kam: “dir würd ich gerne mal in die nippel zwicken”..ich bin ausgetickt und hab sie angeschrien. der typ hat sich darüber gefreut und mich ausgelacht. daraufhin sind sie weitergegangen. ich hab mich ziemlich scheiße gefühlt. hätte ihm gerne eine reingehauen, hab mich aber nicht getraut.

no comments
Uncategorized

Was ist das denn für eine Frage?

Saß in der vollen Tram Samstag Abend. Hatte mich neben nen Typ gesetzt, der mich nach ner Weile schief von der Seite anguckte und meinte klar und deutlich hörbar für alle Umstehenden/Umsitzenden: „Biste eigentlich ne Frau?“
Meine Antwort: „Was ist das denn für eine Frage?“
Seine Antwort: „Na, du hast doch kurze Haare“
Hab ihn noch pseudobemitleidet, dass er im letzten Jahrhundert stehen geblieben sei und mir dann Musik angemacht.

no comments
Uncategorized

Umfrage zu alltäglicher Belästigung (Street Harassment)

Erste weltweite Umfrage zu Alltäglicher Belästigung/Street Harassment

Hollaback ist eine Bewegung die sich der Eliminierung von alltäglicher Belästigung/street harassment widmet, unterstützt durch ein Netzwerk von Aktivist*innen auf der ganzen Welt. Hollaback hat sich mit der ILR School an der Cornell Universität unter Leitung von Professorin Beth Livingston zusammengeschlossen, um die Erfahrungen und Auswirkungen von alltäglicher Belästigung/street harassment international in Kooperation mit Hollabacks weltweit verteilten Ortgruppen, zu erforschen.

Was machen wir? Am 15. Oktober 2014 gingen die Online-Umfragen in Ländern auf sechs Kontinenten an den Start, übersetzt in zahlreiche Sprachen. Links zu dieser Umfrage werden getweeted, geblogged, facebooked und durch die ganze Welt per Mail verschickt, in der Hoffnung Daten über alltägliche Belästigung/street harassment zu sammeln, die uns helfen die Auswirkungen von alltäglicher Belästigung/street harassment international besser verstehen zu können. Links zu den verschiedenen Regionen und Sprachen sind weiter unten verfügbar.

Was du machen kannst um zu helfen? Nimm an der Umfrage teil! Wenn die Ortsgruppen in deiner Region oder in der Sprache, in der du dich am wohlsten fühlst die Umfrage versendet, fülle den Fragebogen aus und sende den Link an Leute in deinem Umfeld, die ebenfalls daran interessiert sein könnten. Umso mehr Menschen sich daran beteiligen, umso besser.

Was du erwarten kannst?  Die Umfrage fragt nach demografischen Angaben, Erfahrungen mit alltäglicher Belästigung, Reaktionen darauf, und andere Fragen.  Die Umfrage ist vollkommen anonym. Erste Zusammenfassungen der Ergebnisse und Presseerklärungen sind für Anfang 2015 geplant.

Was passiert, falls ich meine Stadt oder Sprache nicht finde? Wenn du in der Liste unten keine Hollaback-Gruppe in deiner Nähe findest, wähle einfach die dir näheste Stadt.

Was mache ich, wenn ich fragen habe? Du kannst mit dem Team deiner lokalen Hollaback-Gruppe in Kontakt treten ([email protected]) oder dich an Hollaback! in New York wenden ([email protected]). Falls du mehr Informationen zur Umfrage direkt brauchst, wende dich an Prof. Beth Livingston ([email protected]).

Die Umfrage auf Deutsch (gültig für alle deutschprachigen Hollaback Seiten) findest du hier:

Berlin, Germany Deutsch https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_4GiajTt5g4Niu9v
Berlin, Germany English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_81gQySDe26SIX6B

 

Hier sind alle Umfrage Links – bitte wähle deine Sprache und Region:

Site Survey

Site Survey Language Link
Poland Polish https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_eJ2pAaKFXx75tGZ
Poland English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_e9RY887ILwaCmQB
Italy Italian https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_4InknD5oiPi0Eqp
Italy English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_cZ3MJOD7VOhkOHz
Belgium Dutch https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_1ETiOng4dHGkVDf
Belgium Belgian French https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_018CUKZ6imJX5it
Belgium Belgian English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_7aMzF6MYJCcSIJv
Delhi, India Hindi https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_bCxEMIohjgmLn37
Delhi, India English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_cP9W5ntsxQTD2SN
Mumbai, India Marathi https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_8hOZWNrQOYFoqkR
Mumbai, India Hindi https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_3ylGoMG0FYDw7gp
Mumbai, India English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_da12soVjLabtIMJ
Berlin, Germany German https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_4GiajTt5g4Niu9v
Berlin, Germany English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_81gQySDe26SIX6B
Bosnia Herzegovina Bosnian https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_e4gliZaue1jQPv7
Bosnia Herzegovina Croatian https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_0V2JixgEEEyyobH
Bosnia Herzegovina English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_0cEGLMrIhDFz5ul
Croatia Croatian https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_d6GzLAw5ikfSVrn
Croatia English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_3khfeVaGMWbErQh
Mexico City, Mexico Spanish https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_abppuToXmOT9SPH
Mexico City, Mexico English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_3t0lhqpdAfDktGR
Kathmandu, Nepal Nepali https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_3Kqu4eRMFAbd2Sx
Kathmandu, Nepal English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_8nUnppNswjjrJn7
Bristol, UK French https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_5Au1kAeXWYKtjet
Bristol, UK English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_9ERFCqBanX6k8sZ
Bristol, UK Hindi https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_4VDBRqq8tkGTT37
Bristol, UK Polish https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_1HUGdC7bFXBvLfL
Czech Republic Czech https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_eS9Lsbn5vQEdNaZ
Czech Republic English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_bmjRUvbbok8E5Vz
Columbus, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_9ufLHYi4Kp2rn5b
Chicago, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_0pTIQ3plBvzm33v
Twin Cities, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_erKER2rvjdbSRMN
London English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_d4k6D6ljL1JelyR
Baltimore, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_74FFbDJyQU7oXnn
Baltimore Spanish https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_7USBmvRNQcanggZ
RVA, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_1Unqt856gIwoBF3
Melbourne, Australia English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_3HHm6bpq5FB7SKh
Pittsburgh, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_cUEaoF53U2GZu7z
Dublin, Ireland English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_dmLn6LALBKOQuCp
Bangalore, India English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_4TuorpUQBakjN7D
Des Moines, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_26a6sV9y0Vyjivj
Alberta, Canada English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_7Wfdc7eDQvatPlb
Appalachian Ohio, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_9mBtsJ60s2gQPul
Houston, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_e4AUMmuEu6gx5yZ
Houston, US Spanish https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_7QUgezPLIc7hFE9
Norfolk & Norwich, UK English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_bJf2w3l6wRkS01n
Halifax, Canada English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_9pNEDYw7ud7ioaV
Boston, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_6RnqBXMQfBIFuSx
Toronto, Canada English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_1ziL9FxqqkgjG4Z
LA, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_06uUNMtEJ5T4SmF
San Francisco, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_74mzzDeXE3w1Anb
Korea English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_eMekLFmJUnu8SWx
Plattsburg, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_cYK4PwXrdhY16fP
NYC, NYU, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_5pBqNDqQHJE16iV
South Africa English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_eL5snrAtbJyN8J7
East Lansing, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_cC6Lg8IjDuXhGoB
Philadelphia, US English https://cornell.qualtrics.com/SE/?SID=SV_exnfjEdGArov0BD

DANKE!!!! Und vergiss nicht auch deine Freund_innen einzuladen!

DU HAST DIE MACHT STREET HARASSMENT ZU BEENDEN!

(Vielen Dank an Hollaback! Berlin für die Bereitstellung des Textes!)

no comments
Uncategorized

I don’t want it!

Ich saß nachts am Pirnaischen Platz und habe auf meinen Bus gewartet. Ein Mann überquerte die Straße und fragte, ob er sich setzen könnte. Ich nahm meinen Rucksack von der Bank, ich dachte, ich hätte den Platz besetzt.
Er hat angefangen mich anzuquatschen. Zuerst darüber, woher er kommt und dass er hier studiert. Dann wollte er meine Nummer, bis hierhin war ich immer noch höflich. Dann wurde er sehr schnell aufdringlich mit „I give you my number“ und ich habe immer wieder wiederholt „I don’t want it.“ Da wurde ich langsam pampig.
Irritiert bin ich in die nächste Bahn gestiegen, da steht er mit auf und grapscht mir an den Po und küsst mich. Völlig überrumpelt stehe ich in der Bahn und realisiere, dass ich den Bus nehmen musste, steige wieder aus. Da kommt er auf mich zu. Mein Bus kommt, ich laufe dahin, er mir nach und flüstert mir „I want to have sex with you“ ins Ohr. Ich sagte „Fuck off“.
Vor zwei Stunden habe ich ihn wieder gesehen. In der 7 vom Hauptbahnhof zum Pirnaischen. Und er grinste so geil, so als kenne er mich. Ich ekel mich und fühle mich missbraucht.

no comments

View Archives

Powered by WordPress