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Uncomfortable

At 22.00 I was waiting for the tram with a friend of mine and two guys approached us. They came to us and told us “you are so sexy” in a quite treacherous way. We acted as if nothing happened, hoping that they would just leave us in peace. When the tram arrived they wanted us to enter before them. We entered from another door. Not happy of our decision, they reached us and before getting of the tram at the very next stop, one of them told us “you are so beautiful”.
Since they practicly followed us and spoke in a treacherous way, we felt very uncomfortable.

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Anti Street Harassment Woche mit Chalk Walk – An die Kreide, fertig, los!

tumblr_mjkef12CLD1s22ldko1_1280Diese Woche ist Anti Street Harassment Woche und natürlich auch mit Aktionen von uns!

Zuerst werden wir an der öffentlichen Podiumsdiskussion “In der Dunkelziffer verborgen – Sexualisierte Gewalt und Strafverfolgung” als Podiumsteilnehmende und mit Kurzreferat teilnehmen. Sehr gerne sind alle interessierten Menschen gesehen!

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 10.04. um 19 Uhr im Frauenbildungshaus Dresden e. V. statt. Das findet ihr auf der Oskarstraße 1, 01219 Dresden.

Ein Impulsreferat gibt es auch von Dagmar Freudenberg (Staatsanwältin, Leiterin Fachstelle Opferschutz im Landespräventionsrat, Niedersächsisches Justizministerium)

Außerdem werden auf dem Podium sein:

- Petra Schachtschabel (Dipl.‐Psychologin & psychologische Beraterin im Frauenzentrum Sowieso)
- eine Vertreterin von “Hollaback Dresden und Umgebung”
- Kriminalhauptkommissarin Katja Pech
- Anca Kübler (Rechtsanwältin, Schwerpunkte Opferschutz, Beratung und Vertretung von Stalkingopfern und Opfern häuslicher Gewalt)
- Moderation: Christian Avenarius (Vorsitzender ASJ Dresden, Oberstaatsanwalt)

Am Donnerstag geht es gleich weiter. Da könnt ihr mit uns gemeinsam – off-line :) – ein bisschen den Chalk Walk (“Kreidelauf”) für Samstag vorbereiten. Wir sind ab 16 Uhr im Cafe England, England in der Neustadt. Wir würden euch sehr gerne dort sehen und gemeinsam für den Samstag planen.

Inspirationen für den Chalk Walk selbst, können wir uns schon mal von hier holen -

We chalk walk

Hollaback hat bereits ein tumblr für unsere Kreide- und Schlammbotschaften erstellt, der sich zunehmend füllt und für den wir natürlich gerne auch etwas beitragen möchten.

Von hier ist auch das schöne Bild, gemacht von Hollaback Brüssel – “Just because I move through public space doesn’t mean my body is public space!” (“Nur weil ich mich im öffentlichen Raum bewege, heißt das noch lange nicht, dass mein Körper öffentlicher Raum ist!”)

Der Startpunkt und die Uhrzeit wird spätestens am Donnerstag (hoffentlich mit einigen von euch) gelegt und dann können wir gemeinsam Dresdens Straßen aufbesseren und unsere Botschaft vermitteln!

 

 

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Das Private ist politisch! Auch in Radebeul!

 

Gemeinschaftsartikel von Claudia Jobst, Martin Oehmichen, Sophie Maria Ruby, David Schmidt; Radebeul

 

Hinter den dicken Mauern von Radebeul passiert so einiges, aber es bleibt länger verborgen als anderswo.“ Anonym

Häusliche Gewalt, Machtstrukturen in Paarbeziehungen, fragwürdige Erziehungsmethoden, die ach so „nett gemeinte“ Hand auf dem Po – dies alles ist für viele Menschen „reine Privatsache“. Spätestens seit der Frauenbewegung wissen wir: Das ist es nicht. Der Umgang mit unseren Nächsten hat Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Gesellschaft wiederum beeinflusst unsere Werte und Moralvorstellungen, unsere Möglichkeiten und unser Handeln. Wollen wir Unrecht beseitigen, sind wir als Einzelne, aber auch zusammen gefragt.

Gewalt gegen Frauen: Weltweit und vor Ort

Am 14. Februar diesen Jahres gingen weltweit Menschen auf die Straße: Unter dem Namen „One Billion Rising – Eine Milliarde erhebt sich“ wandten sie sich in Protestkundgebungen, Straßentänzen, Informationsmaterial, Workshops und Plakataktionen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für Gleichstellung der Geschlechter. Sie zeigten weltweite Solidarität: auf jedem Kontinent, in über 200 Ländern und in über 140 Städten in Deutschland. Eine Milliarde – denn so viele Frauen sind weltweit von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Jede dritte Frau erleidet in ihrem Leben eine oder mehrere Formen von Gewalt. „Die weltweit häufigste Todesursache von Frauen im Alter zwischen 16 und 44 Jahren ist häusliche Gewalt. Gewalt an Frauen fordert mehr Opfer als Krebs, Verkehrsunfälle, Malaria und Krieg zusammen. Sie findet Tag für Tag in allen Ländern, Kulturen und sozialen Schichten statt“, so Amnesty International.

Ist Deutschland besser?

Das Problem ist keines, was wir – wie in den vergangenen Wochen in den Medien ausführlich geübt – in andere Länder verschieben könnten: In weit entfernten Ländern wie Indien, Tansania oder Kenia läge es auf der Hand, aber bei uns im „aufgeklärten modernen Industriestaat“ Deutschland könne es so etwas nicht geben. Wie zeigt sich die Situation wirklich?

Laut einer Repräsentativstudie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2004 sind 40 Prozent der Frauen seit ihrem 16. Lebensjahr von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Und „58 Prozent der Befragten haben unterschiedliche Formen von sexueller Belästigung erfahren“, so die Untersuchung. Angaffen, anbaggern und schlüpfrige Äußerungen, Annäherungsversuche oder Bedrohungen durch Männer, nahezu jede Frau kennt das. Im März diesen Jahres hat die Bundesregierung ein bundesweites „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ gestartet – rund um die Uhr erreichbar unter: 08000-116016. Angesprochen sind Betroffene von – so die Auflistung des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben – häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt, Stalking, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, Gewalt im Namen der „Ehre“, Zwangsverheiratungen, Mobbing, Cyber Mobbing, Menschenhandel, Genitalverstümmelung. Auch Fachkräfte können sich dort hin wenden und werden kostenlos beraten. Mehr Informationen gibt es unter www.hilfetelefon.de.

 

Gesamtgesellschaftliches Problem

Jede vierte Frau ist in Deutschland von genderbasierter Gewalt betroffen, also von Gewalt, die Frauen erfahren, weil sie Frauen sind. Die Täter sind bis auf wenige Ausnahmen männlich. Es geht hier um ein gesamtgesellschaftliches Problem, das im Machtgefälle zwischen den Geschlechtern begründet ist und dieses wiederum verstärkt. Neben den immensen unmittelbaren kurzfristigen und langfristigen Folgen für die Betroffenen führt diese genderbasierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zur Fortführung und Verstärkung von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Denken wir an ungleiche Teilhabemöglichkeiten in der Gesellschaft durch Abhängigkeits- und Unterdrückungsverhältnisse im Privaten. Oder daran, dass die beruflichen Wege von Frauen häufig steinig sind, weil sie sehr oft von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen sind, wie ja die #aufschrei Kampagne deutlich macht und auch die Studie des Bundesministeriums zeigt. Das hemmt beruflichen Aufstieg und Erfolg, was wiederum Gleichstellung der Geschlechter erschwert. Ungleichheiten zeigen sich auch darin, dass beispielsweise der nächtliche Nach-hause-Weg für Frauen weitaus häufiger von Angst bestimmt ist oder sie durch sexualisierte Belästigungen auf der Straße in ihrer Freiheit eingeschränkt werden – Frauen also öffentliche Räume nicht gleichermaßen frei und unbehelligt nutzen können wie Männer.

Nur ein Bruchteil der Gewaltausübungen wird bei der Polizei angezeigt. In sehr vielen Fällen schweigen die Betroffenen, beispielsweise aus Angst und Schamgefühl. Wie die Studie #ichhabnichtangezeigt deutlich macht, ist immer noch ein großes Problem, dass Betroffenen häufig die Schuld für erlebtes Unrecht zugeschoben wird sowie mangelnde Sensibilität bei Behörden. Entgegen derzeit laut werdenden Befürchtungen ist die Zahl der Falschbeschuldigungen bei sexualisierten Übergriffen sehr gering: Eine europäische Vergleichsstudie (2009) der Londoner Metropolitan University geht davon aus, dass es in Deutschland jährlich zu rund 3 Prozent Falschbezichtigungen kommt. Umgekehrt jedoch werden viele der angezeigten Übergriffe nicht verfolgt, einige Formen genderbasierter Gewalt sind im deutschen Recht noch nicht einmal als solche anerkannt. Auch von Werbung über Presse bis hin zur öffentlichen Meinung und der Politik werden viele Formen von Gewalt gegen Frauen oft als „normaler Umgangston“ angesehen und Belästigungen werden als „Herrenwitz“ betitelt.

Radebeul kein weißer Fleck

Radebeul ist selbstverständlich in Deutschland diesbezüglich kein „weißer Fleck“, warum sollte auch gerade diese Stadt eine Ausnahme sein? Gewalt gegen Frauen ist ein Problem in den verschiedensten Kontexten, in allen gesellschaftlichen Schichten, an unterschiedlichen Orten – zu Hause, bei der Arbeit oder auf der Straße – und in allen Altersgruppen. Die Radebeuler Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt hat im vergangenen Jahr 71 Frauen aus dem Landkreis Meißen betreut. Allein diese Einrichtung des Katholischen Sozialdienstes verzeichnet 276 Beratungsgespräche im letzten Jahr, Annett Kobisch erklärt: “Häusliche Gewalt ist auch in Radebeul ein Thema. Leider existiert hierfür keine eigene Statistik. Wir arbeiten zurzeit mit insgesamt zwei halben Stellen für die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz, durch die intensive Betreuung und die langen Wege schaffen wir oft nur einen Auswärtstermin am Tag.” Seit Jahren meldet sie einen höheren personellen und finanziellen Bedarf an, dieser Ruf wurde von den zuständigen Stellen des Landes Sachsen noch nicht erhört. Doch Kobisch und ihre Kollegin machen weiter, Betroffene erreichen sie online über www.skf-radebeul.de oder telefonisch unter der Nummer: 0351/79552205. Die Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt zeigt, dass initiativergreifende Arbeit an dieser Stelle von besonderer Bedeutung ist. Das ins Internetstellen einer Telefonnummer und Sprechzeiten reicht nicht aus.

Genderbasierte Gewalt ist vor allem ein Problem, das wenig öffentlich thematisiert wird. Die allermeisten Fälle werden von den Betroffenen, wenn überhaupt, im engsten, vertrauten Kreis besprochen. Sei es die nicht bei der Polizei angezeigte Vergewaltigung, über die nach jahrelangem Schweigen der Tochter berichtet wird, oder die Hand des Sitznachbars in der Linie 4 auf dem Oberschenkel, von der die Freundin beschämt hinter vorgehaltener Hand erzählt. Unser Projekt „Hollaback! Dresden und Umgebung“ bietet deswegen Betroffenen die Möglichkeit, anonym ihre Erfahrungen aufzuschreiben und öffentlich zu machen. Auch Berichte über sexualisierte Belästigungen in Radebeul sind hier auf dresden.ihollaback.org zu finden.

Radebeul engagiert sich

Genderbasierte Diskriminierung und Gewalt ist ein gleichstellungspolitisch hoch relevantes Thema. Um die Gleichstellungspolitik in Radebeul zu stärken und voranzutreiben, haben wir vier gemeinsam mit fünf weiteren Aktiven am 1. März den „Initiativkreis Gleichstellungpolitik in Radebeul“ gegründet. Unter den neun Anwesenden waren Männer und Frauen unterschiedlicher Altersgruppen. Es gibt noch kein vollkommenes Programm, aber viele gute Ideen zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen. Grundlegende Ziele sind die Unterstützung der Arbeit der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten, eine stärkere Vernetzung bestehender Projekte und politische Lobbyarbeit für gleichstellungspolitische Belange. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu unserem nächsten Treffen am 16. Mai, 16:30 Uhr im Restaurant Kreta in Radebeul-Ost.

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Pläne für die nahe Zukunft! Macht mit! Seid dabei!

Wichtig Tage liegen schon wieder hinter uns, aber weitere wichtige Tage stehen bald an!

Einen Monat ist der 14. Februar und damit One Billion Rising her, was ein großartiger Erfolg weltweit und auch in Dresden war. Vor einem Monat als wir uns gemeinsam erhoben, getanzt und gestreikt haben! Etwas über 100 Menschen haben ein Zeichen gesetzt, das auch vom Sachsenspiegel, der DNN und SZ aufgegriffen wurden, aber darüber hinaus natürlich von vielen Menschen, die mehr als interessiert stehen geblieben waren.

Auch (noch einmal) ein dickes, fettes Dankeschön an alle die mitgemacht, organisiert und geholfen haben! Ihr seid super!

Hier auch noch ein paar kleine Eindrücke von vor einem Monat, von Groß und Klein. Auch im nächsten Jahr soll es wieder One Billion Rising geben. Alsos schon mal vormerken!

Und wenn wir schon von Plänen sprechen, wollen wir hier auf (unsere) nächsten Aktionen und Auftritte hinweisen, bei denen gerne zahlreiche Unterstützung gesehen und gehört ist :)

Als nächstes steht am 21.3. der Equal Pay Day an. Mit einer LebensLAUF-Aktion und dem Start einer deutschlandweiten Resolution zur Verbesserung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen in den Gesundheitsberufen, vor dem Eingang der Altmarktgalerie, 17 Uhr!

Im April, vom 8.4. bis 14.4. steht die Anti-Street-Harassment-Woche an!

Natürlich werden wir als Hollaback! DDuU da aktiv! Hier ist eine kurze Übersicht zu unseren Plänen:

Mittwoch, 10.04.2013 – 17 Uhr (voraussichtlich) Frauenbildungszentrum Dresden, “Basteltreffen” für Chalk-Walk am Samstag

Mittwoch, 10.04.2013 – 19 Uhr Frauenbildungszentrum Dresden, “Dunkelziffer”-Podiumsdiskussion mit Beteiligung von Hollaback! DDuU

Donnerstag, 11.04.2013 – 16 Uhr (voraussichtlich England, England Cafe), “Basteltreffen” für Chalk-Walk am Samstag

Samstag, 13.04.2013Chalk-Walk (Uhrzeit und Startpunkt wird in Kürze bestimmt)

Da all das ja bald ansteht, werden wir euch in Kürze auf den neuesten Stand bringen und hoffen auf viel Unterstützung! Hollaback!

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Zur Rede gestellt

Am Wochenende in der äußeren Neustadt

Sonntag morgen gegen 4 standen eine Freundin und ich vor einem der Dönerlokale auf der Alaunstraße. Zwei Männer (Mitte 20) liefen vorbei und grapschten meiner Freundin an den Po. Sie schrie Ihnen hinterher und äußerte ihren Unmut. Ich lief hinterher und wollte die beiden zur Rede stellen. Der erste kam ebenfalls zurück und äußerte auf meine Frage, was er gerade getan hätte, er habe nichts mitbekommen. Dann ging ich zum zweiten Mann und fragte ihn, was das gerade sollte. Plötzlich packte mich der Erste und hielt mich so am Arm fest, dass ich mich nicht entfernen konnte. Er forderte seinen Kumpel auf, mir ‘richtig eine reinzuhauen’. Sein Kumpel war zum Glück nicht so aggressiv und offensichtlich völlig überrascht von der Situation. Er wollte nicht, und so schubste mich der Erste weg und bedrohte mich mit einer Flasche. Ich zog mich zurück, weil ich nicht mit solche einer Reaktion gerechnet hatte. Der Zweite hielt seinen Kumpel davon ab, mir hinterher zu kommen. Sie gingen ein Stück weiter. Nach 5 oder Sekunden schmiss der Schläger die Glasflasche nach uns, traf uns zum Glück aber nicht.

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Offener Brief an jemanden aus einem anderen Deutschland

Dieser offene Brief wurde bereits auf dem Blog der Verfasserin veröffentlicht. Wir bedanken uns bei ihr, dass sie sich auch an uns gewandt hat und wir ihren sehr wichtigen Brief auf Hollaback Dresden und Umgebung ebenfalls veröffentlichen dürfen. Morné Mirastelle, danke für deine offenen Worte, den Mut sie niederzuschreiben und bitte lass dir von niemandem deine Stärke nehmen. Hollaback Dresden und Umgebung steht hinter dir. We’ve got your back!

[Klarstellung: Das erwähnte Blog und der weitere Inhalt darauf gibt die Meinung einer uns nicht weiter bekannten Einzelperson wieder, und reflektiert, über den hier veröffentlichten Brief hinaus, nicht die Einstellungen von Hollaback Dresden und Umgebung oder der für Hollaback verantwortlichen Personen. Admin., 10.03.2013]

Dresden, den 5. März 2013

Lieber Herr Bundespräsident Gauck,

heute möchte ich Ihnen mal einen kleinen Brief zukommen lassen. Scheinbar sende ich Ihnen diesen Bericht aus einem Land, das mit dem Deutschland, in dem Sie leben, überhaupt nichts zu tun hat. Denn Sie äußerten ja in einem Interview, dass das Magazin Der Spiegel am 4. März 2013 veröffentlichte, folgende Worte bezüglich der Sexismusdebatte:

„Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde. (…) Es gibt sicher in der Frauenfrage bei uns noch einiges zu tun. Aber eine besonders gravierende, flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen kann ich hierzulande nicht erkennen.“ (Der Spiegel, Heft10, 4.3.2013, S. 35 f.)

Nun möchte ich Ihnen gerne erzählen, was mir einen Tag vor der Veröffentlichung dieser Worte passierte:

Am Sonntag, den 3. März machte ich mich am Morgen auf, meine Freundin in Leipzig zu besuchen. Aus dem Viertel, in dem ich wohne, steuerte mir gegen 9 Uhr ein junger Mann entgegen, der sich im Vorübergehen mit dem kompletten Oberkörper an mir rieb. Zunächst dachte ich, er wäre betrunken und hätte ein Gleichgewichtsproblem, bis mir auffiel, dass er kehrt gemacht hatte und mich bis zur Straßenbahnhaltestelle verfolgte, wo er sich schließlich vor ein Gebüsch stellte, sein Geschlechtsteil hervorholte und begann sich zu befriedigen, während er mir mehrere Minuten lang provokativ ins Gesicht sah um zu eruieren, ob ich sein Verhalten auch ja mitbekomme. Was ich natürlich tat. Da ich aber weiß, dass Exhibitionisten, und für einen solchen hielt ich ihn, sich an den Reaktionen derer ergötzen, die sich in seiner Nähe aufhalten, gönnte ich ihm diese nicht und tat, als bemerke ich nichts, stieg später in die Straßenbahn ein und fuhr zum Bahnhof, von da aus weiter nach Leipzig.

Abends gegen 18:30 Uhr kam ich zurück und lief auf dem Weg nach Hause an jenem Platz vorbei, an dem ich am Morgen in die Straßenbahn gestiegen war. Als ich bemerkte, dass der Mann, der mich bereits am Morgen belästigt hatte, dort noch immer stand und Ausschau hielt, glaubte ich zunächst meinen Augen nicht zu trauen. Er bemerkte mich ebenso, allerdings sah ich in seinem Gesicht kein Zeichen des Wiedererkennens, was für mich den Schluss zulässt, dass er den ganzen Tag dort gestanden und diese Show mehrere Male abgezogen, ergo den Überblick verloren hatte. Ich bog in eine vielbelebte Straße auf dem Weg nach Hause ein. Diese Straße kreuzt als nächstes die meine – auf der sich das Polizeirevier befindet. Ich befand mich also in direkter Nähe dazu und steuerte ihm entgegen. Als ich bemerkte, dass der Mann mir folgte, rief ich eben jenes Polizeirevier an. Folgendes Gespräch hat sich dabei ergeben:

Ich: „Hallo, mein Name ist XXX, ich befinde mich auf der XXX-Straße in Richtung Polizeirevier. Heute Morgen hat sich ein Mann an mir gerieben und sich dann am XXX-Platz öffentlich befriedigt. Dieser Mann läuft hinter mir und verfolgt mich gerade nach Hause.“

Polizist: „Ja, und, was soll ich da jetzt bitteschön machen?“

Ich: „Könnten Sie bitte jemanden schicken, ich werde verfolgt und wurde bereits belästigt heute und ich habe Angst. Ich laufe gerade nach Hause, dort ist doch auch das Polizeirevier.“

Polizist, lauter werdend: „Ja, wenn die Politik die Gelder kürzt, haben wir eben keine Streifenwagen!!! Ich schicke niemanden. Geht nicht.“

Ich: „Sie brauchen doch keinen Wagen, das sind nur ein paar Schritte von Ihrem Revier, auf das ich gerade zulaufe!!!“

Polizist (jetzt brüllend): „Für sowas schick ich keinen Wagen und nichts, das geht einfach ni!!!“

Ich: „Ist das jetzt Ihr Ernst?!“

Polizist (völlig außer sich): „Da kann ich jetzt halt auch nichts machen!!!“

Ich muss gestehen, völlig schockiert gewesen zu sein. Gerade als ich das Gespräch beendet hatte und das Handy in meine Tasche legte, hatte der Verfolger aufgeholt, rempelte mich von hinten an und fuhr mit einer erstaunlich geübten Geste wie nebenbei unter meinen Rock, unter dem er dann meinen Hintern befummelte und über ihn strich, nur um Sekunden später weiterzugehen als ob nichts sei. Ich stand da und war völlig baff: über die Polizei, über den Mann. Schockstarre. Was tun? Tausend Gedanken schossen mir in dem Moment durch den Kopf: Soll ich schreien? Aber der Übergriff ist doch schon geschehen, was soll ich da noch schreien? „Haltet ihn?“, wie in einem schlechten Film? Wer würde das denn dann tun? Und die Sache den anderen Passanten zu erklären würde viel zu lange dauern. Ihn schlagen? Aber wenn er bereits zeigt, übergriffig und absolut grenzübergreifend zu sein, bringe ich mich dann damit nicht noch mehr in Gefahr? – Der Mann ging weiter, wechselte die Straßenseite, wechselte sie wieder – und war erneut hinter mir. Er lief mir stockdreist einfach weiter hinterher! Jetzt bekam ich echt richtig Angst. Ich bog in meine Straße ab. Er lief mir hinterher. Unmöglich konnte ich jetzt nach Hause gehen, denn was würde vor meiner Haustür bzw. in meinem Hausflur passieren? Also spielte ich auf Zeit. Lief weiter, als ob nichts sei und dachte mir, der Mann sei vielleicht so dumm oder dreist, mir bis fast vors Polizeirevier hinterherzulaufen. Was er auch tat! – Ich betrat das Polizeirevier. Hinter einer Glasscheibe saßen zwei Beamte. Folgendes Gespräch entwickelte sich:

Ich: „Hallo, ich habe gerade angerufen, ich wurde belästigt, der Typ steht da draußen!“

Polizist 1 (nach einem Blick auf meinen Minirock): „Davon weiß ich nichts!“

Ich: „Dann habe ich mit Ihrem Kollegen telefoniert! Würden Sie mal bitte mit rauskommen, der Typ steht doch da noch, der hat mich befummelt, kommen Sie jetzt bitte mit raus?!“

Polizist 2 (an der Stimme erkennbar: das war der, mit dem ich telefoniert hatte – nach einem Blick auf meinen Minirock): „Ja, was sollen wir denn da jetzt machen?!“

Ich: „Mit rauskommen vielleicht, sonst ist der nämlich weg?!“

Polizist 2 (in Rage): „Das geht jetzt ni! Die Mittel sind gekürzt!“

Ich: „Das ist einmal aus dem Revier rausfallen und Sie sind da!!!“

Polizist 2 (schreiend): „Jetzt beruhigen Sie sich erstmal!!! Setzen Sie sich hin, wenns ni anders geht, dann müssen wir halt eine Anzeige aufnehmen!!! Beruhigen Sie sich und setzen Sie sich hin!!!“

Ich (jetzt auch lautstark): „Was isn das hier überhaupt für ein Ton, ich bin hier nicht der Täter!!!“

Nachdem mehrere Minuten vergangen waren, bequemte sich dann Polizist 1 endlich dazu, hinter der Glasscheibe hervorzukommen und sich bereitzuerklären mit mir das Revier zu verlassen, nicht allerdings, ohne mir klarzumachen, dass er auf Grund seiner Leibesfülle sich nicht geeignet sähe, „irgendwen zu verfolgen“ und vorher meinen Minirock anzulächeln. Wir begaben uns also hinaus. Unnötig, zu erwähnen, dass der Täter sich längst aus dem Staub gemacht hatte, oder? Eine kleine gedrehte Runde im Spaziergangtempo blieb gänzlich ohne Erfolg. Während dieses kleinen Spaziergangs fielen unter anderem folgende Sätze:

Polizist 1: „Na, da müssen Sie jetzt halt damit leben, dass Sie einen neuen Verehrer haben.“

Ich: „Was hat jetzt bitte ein Übergriff mit Verehrung zu tun?“

Polizist 1: „Na, Sie müssen das ja auch mal aus seinem Blickwinkel sehen.“

Kurz bevor wir das Polizeirevier erreichten, fing der Polizist an, laut „Hallo, ist da wer“ zu rufen und zu lachen. Als ich ihn fragte, was er da tue, meinte er, er wolle nur mal ein bisschen auf den Busch klopfen, vielleicht spiele der Mann ja Verstecke und melde sich. Haha.

Ich wurde ins Revier geführt und gebeten zu warten. Das tat ich dann auch: und zwar bis 21 Uhr. Begründung: die Zuständigkeiten müssten ja erst abgeklärt werden. Mehrmals bat ich darum, mal kurz hinausgelassen zu werden um eine rauchen zu dürfen (dazu musste ein Beamter die Tür aufschließen), da ich mich unter Stress befände. Ironisch wurde ich gefragt, ob ich einen Arzt bräuchte, woraufhin ich sarkastisch äußerte, ich bräuchte keinen Arzt, sondern jemanden, der mich ernst nähme und keine Witze risse.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar, wie ich hier gesehen worden bin: als völlig hysterische Frau im Minirock, die das Kompliment eines „Verehrers“ augenscheinlich nicht als ein solches einordnen kann.

21 Uhr dann erklärte man mir, ich (!) sei ein Fall für die Kriminalpolizei. Zu der würden mich jetzt zwei Beamte fahren. Diese kamen auch, einer der beiden grinste erst meinen Minirock an, dann mich. Es war ganz deutlich zu erkennen, dass sie die ganze Sache für Peanuts hielten. Im Auto erklärten sie mir, nach der Vernehmung auf der Kripo könne ich ja mit der Straßenbahn und zu Fuß nach Hause, das sei ja kein Problem. Als ich mich entschieden dagegen verwehrte, heute, zudem mitten in der Nacht, nach diesem Vorfall und angesichts der Tatsache, dass der übergriffige Täter noch immer hier herumlaufe, noch mal über eben jene Plätze und Straßen zu gehen auf dem ich ihm begegnet war, war erstmal Schweigen im Wagen. Dann Schulterzucken und „Tja, weiß ich jetzt auch nicht.“

Auf der Kripo angekommen, ließ man mich wieder warten. Hier erwartete mich im Kriminaldauerdienst endlich eine Frau. Auch diese war auf Sexualstraftaten nicht sensibilisiert, allerdings war sie, wohl einfach aus der Tatsache heraus, dass sie eine Frau war, verständig. Sie nahm die Anzeige auf. Dazu musste sie zunächst überlegen, was der Sachverhalt überhaupt sei. Auf die Frage, ob ich mich in meiner Ehre verletzt fühle, äußerte ich, dass ich diese Tat nicht als Ehrverletzung, sondern als körperlichen Übergriff werte, da ich den Ehrbegriff problematisch sähe. (Denn wenn Frauen (oder Männer oder Kinder), die sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen sind, als „entehrt“ oder „in ihrer Ehre verletzt“ deklariert werden, bedeutet das ja, dass sie nach dem Übergriff keine Ehre mehr haben. In dieselbe Kategorie fällt der Begriff „jmd. schänden“, da er impliziert, das Opfer müsse fortan in Schande leben, wo doch aber eigentlich der Täter der ist, der Schande auf sich geladen hat. Aber das nur am Rande.)

Die Beamtin erklärte mir, es sei besser, ich würde dies behaupten, da sie sonst die Anzeige nicht aufnehmen könne. Das Ende vom Lied ist, dass jetzt eine Anzeige gegen unbekannt läuft, und zwar wegen

Beleidigung mit sexuellem Hintergrund (gem. §185 StGB und § 183a StGB).

Auf die Frage, warum dies nicht als sexueller Übergriff gewertet werde, wurde mir erklärt, dazu wäre „Gewalt“ von Nöten gewesen. Als ich erläuterte, dass es sehr wohl Gewalt sei, wenn jemand gegen meinen Willen meinen Körper anfasst mit dem Ziel, sich damit zu erregen, wurde mir erklärt, man könne da nichts machen. Auf meinen Zusatz, weitere Gewalt sei auch gar nicht nötig gewesen, die Tatsache, dass der Täter den Überraschungsmoment und den Schock ausgenutzt habe reiche doch, kam nichts mehr. Ich bin schockiert darüber, dass sich in der Strafgesetzgebung noch immer die Mythe findet, sexuelle Übergriffe fänden stets unter Gewalt statt oder seien erst als sexueller Übergriff zu werten nachdem das Opfer sich gewehrt hat. Der Übergriff ist und bleibt in meinem Verständnis auch vor einem „Nein“ ein Übergriff, ob ich mich wehre oder ob der Täter mich dabei schlägt oder nicht. Die Gewalt, die einem jeden Übergriff eigentlich implizit ist, wird hier gar nicht als solche wahrgenommen. In dieser Denke ist anscheinend nicht einmal eine Vergewaltigung eine Vergewaltigung, wenn die Frau sich (aus Angst, aus Schock, weil sie alkoholisiert ist o.ä.) nicht wehrt und der Täter keine „weitere“ Gewalt anwenden muss als für den Übergriff notwendig. Ich lerne also: die Gewalt, die ich mit dem Übergriff erlebt habe, reicht nicht aus. Weder dafür, dass die Polizei mir hilft, wenn ich mich in Gefahr befinde, noch für eine Anzeige, die nicht wegen zu geringer Relevanz mit hoher Wahrscheinlichkeit eingestellt wird. Ich lerne: wenn sich jemand gegen meinen Willen an meinem Körper zu schaffen macht, ist das keine Gewalt, und es ist auch kein Übergriff. Es ist eine Beleidigung!

Während der Vernehmung kam es dann zu einer Zigarettenpause, in der ein weiterer männlicher Beamter sich freiwillig bereit erklärte, mich danach nach Hause zu fahren. Die Vernehmung wurde abgeschlossen. Kurz vor Ende wurde ich gefragt, ob man von mir ein Foto machen dürfe. Ich erkundigte mich, wozu das nötig sei. Die Antwort lautete:

„Damit der Ermittlungsbeamte weiß, was Sie für Kleidung trugen.“

Auf meine Nachfrage, wozu das relevant sei, konnte mir keine befriedigende Antwort gegeben werden. Ich verweigerte mich dieser Prozedur mit dem Verweis darauf, in der Anzeige stände doch bereits, dass ich einen Minirock getragen habe, der mir auf dem Revier bereits Grinsen und Belächlungen eingetragen habe.

Dann, es war 23:30 Uhr, fuhr der Beamte mich nach Hause. Eigentlich ein netter Typ, aber auch er gänzlich ohne Problembewusstsein. Eine kleine Auswahl seiner Sprüche:

„Wollten Sie in die Disco, oder warum haben Sie einen Minirock an?“

„Ach, der hat doch nicht onaniert, der musste doch nur mal pullern.“ (Nach meinem Hinweis, ich sei keine 10 Jahre mehr alt und würde den Unterschied zwischen Urin abschlagen und Onanieren kennen, außerdem sei es deutlich zu erkennen gewesen: ein Grinsen und „ach, wissen Sie das…“)

„Naja, ich denke mal, wenns Ihnen wirklich so gefallen hätte, würden Sie ja hier keine Anzeige aufgeben. Also, denk ich mal. Oder?“

„Naja, also, eigentlich hab ich ja nichts gegen Sexualität.“

Schockierend? Ja. Und trotzdem ein netter Mann, der mit mir sogar noch eine Runde fuhr in der Hoffnung, den Täter doch noch zu sehen. Und genau das macht die ganze Schizophrenie aus: ich unterstelle den Beamten nicht einmal Boshaftigkeit oder krankhaften Frauenhass. Nur den in Deutschland ganz alltäglichen Sexismus und das mangelnde Problembewusstsein.

Gegen Mitternacht war ich dann endlich Zuhause. Und ich ziehe das Fazit, dass ich mich bis zum Zeitpunkt des Anrufs bei der Polizei nicht als Opfer gefühlt habe. Erst die Tatsache, mich gegen Vorurteile (bzgl. meiner Kleidung) wehren zu müssen, erklären zu müssen, warum ich mich überhaupt angegriffen fühle, mich gar dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich „für sowas“ die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen möchte, erst diese erlebten Tatsachen ergeben zusammen mit dem Faktum der Formulierungen in der Anzeige und der Bagatellisierung des Delikts seitens der Polizei das laue Gefühl, dass nicht etwa mit dem Täter etwas nicht stimmt, sondern mit mir.

Lieber Herr Gauck, nach diesen Ausschweifungen möchte ich jetzt folgendes feststellen: Ich könnte noch andere Beispiele bringen und was ich schildere, ist kein Einzelfall. Nicht in meinem Leben und nicht im Leben anderer Frauen. Ich könnte Ihnen noch ein paar schicke persönliche Sachen erzählen über: Missbrauch, körperliche Gewalt, Vergewaltigung, sexuelle Belästigung, den alltäglichen Sexismus auf Arbeit, im Internet, im öffentlichen Raum. Das spare ich hier aus Platzgründen aus. Ich möchte Ihnen nur schildern, was ich Sonntag erlebt habe, weil der Zeitpunkt so passend ist. Denn zwischen dem, was mir passiert ist, und der Veröffentlichung Ihrer Äußerungen liegt nur ein Tag. Und augenscheinlich eine ganze Welt.

Und ich möchte auch noch folgendes klarstellen: was ich erlebt habe, das war kein polizeispezifisches Problem. Nein, die Beamten waren ganz normale Männer. Ganz normale Männer, die den ganz normalen Sexismus dermaßen verinnerlicht haben, dass sie nicht einmal ein Problembewusstsein haben. Richtig: Männer haben in Deutschland augenscheinlich kein Problem mit Sexismus. Das Problem damit haben die, die ihn erleiden, erdulden, sich mit ihm auseinandersetzen, sich für ihre Verletzung erklären, rechtfertigen müssen und dafür lächerlich gemacht werden. Denen Ratschläge gegeben werden, wie sie sich zu verhalten haben („Du musst dich wehren!“, „Du musst zur Polizei gehen!“, „Du musst jemanden mitnehmen, wenn du rausgehst / dich anders kleiden / nur zu bestimmten Uhrzeiten auf die Straße…!“), anstatt klar das Problem zu benennen, nämlich, dass sich das Verhalten der Täter ändern muss. Sexismus betrifft die meisten Männer augenscheinlich nicht. Und zu diesen ganz normalen Männern gehören, wie es scheint, auch Sie.

Und jetzt, lieber Herr Bundespräsident Gauck, möchte ich Sie sehr gerne fragen, welches Land Sie meinen, wenn Sie sagen, „hierzulande“ gäbe es keine flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen. Das Deutschland, in dem ich wohne, kann es jedenfalls nicht sein.

Mit besten Grüßen aus der Realität empfiehlt sich,

Morné Mirastelle, die sich von Ihnen in keiner Weise repräsentiert fühlt

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Sexismus Studie der Uni Leipzig unterstützen

Hier eine kleine Anfrage, die bei uns reingeflattert ist.  Wer von euch etwas Zeit hat, kann ja mal reinschauen.

Wir suchen für eine von der Universität Leipzig durchgeführte Studie weibliche Studienteilnehmer[innen] für eine Online-Befragung zum Thema Sexismus. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert ca. 15 Minuten:

http://ww2.unipark.de/uc/Sexismus/

Wir würden uns freuen, wenn Sie die Studie verlinken könnten. Vielen Dank schon mal im Voraus!

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One Billion Rising – Am 14.02. auch in Dresden! [Mitmachen!]

OBR-Logo-auf-schwarz-300Erhebt euch! Streikt! Tanzt!

Diesen Donnerstag (14.02.) werden auch in Dresden, um 17 Uhr am Dr. Külz Ring vor der Altmarktgalerie viele Menschen Teil der Aktion “One Billion Rising – Eine Milliarde erhebt sich” sein. Wir setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*. Gemeinsam mit mehr als 175 anderen Events in Deutschland und insgesamt 199 Ländern weltweit, fordern wir ein neues, anderes Bewusstsein und ein Ende der Gewalt!

Zum “V-Day” (Victory over Violence) wird u. a. zum freien und choreografierten Tanzen gebeten. Alle, die möchten, können zu verschiedenen Lieder tanzen, die extra für One Billion Rising (OBR) geschrieben und choreografiert wurden. Am Donnerstag können alle Interessierten auch noch zu einer Probe kommen:

11 Uhr im Studentenclub Novitatis, Fritz-Löffler-Straße 12c (ist ein Studierendenwohnheim), hinten in der Tiefstraße klingeln.

Das erste (Motivations-)Video zu OBR Dresden gibt es hier:

Und wer gerne die Choreo selber lernen möchte, findet eine Anleitung dazu (entweder auf Englisch oder Deutsch) hier auf der Seite von OBR Deutschland. Dort gibt es auch eine Version von und für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie das Lied in Deutscher Gebärdensprache:

Toolkit OBR Deutschland

Wichtig ist, dass so viele Menschen wie möglich kommen. Ob ihr tanzt, andere Aktionen (mit)macht oder Infomaterial verteilt oder einfach mit dabei seid – auf jeden Fall soll ein deutliches und sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen* gesetzt werden. Und wie ginge das besser als mit einer Milliarde Menschen, die mit dieser globalen gemeinsamen Aktion ein mächtiges Ausrufezeichen setzen, das nirgendwo übersehen oder gar ignoriert werden kann.

Eine Millarde Menschen, das ist eine Revolution!

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One Billion Rising wurde von der Performance-Künstlerin und Aktivistin Eve Ensler begründet.

Dass jede 3. Frau weltweit bereits mindestens einer Form von Gewalt ausgesetzt war, ist eine unfassbare Tatsache. Das sind mehr als eine Milliarde Menschen! Ein Zustand, der ans Licht geholt werden muss – wie es unter anderem die vielen Hollaback! Projekte seit Jahren versuchen. OBR ist dabei ein starkes Zeichen der kollektiven Kraft und internationalen Solidarität.

OBR Deutschland findet ihr hier:

OBR Deutschland

Dort heißt es dann auch so schön im Aufruf, den wir gerne hier wiedergeben, davon Teil sind, unterstützen und ihm folgen:

One Billion Rising … ist ein globaler Streik, eine Einladung zum Tanz als Ausdruck unserer Kraft, ein Akt weltweiter Solidarität, eine weltweite Demonstration der Gemeinsamkeit.

One Billion Rising…das bedeutet, ins öffentliche und ins individuelle Bewusstsein zu rufen, womit Frauen sich tagtäglich auseinandersetzen müssen.

One Billion Rising…zeigt, wie viele wir sind, die sich weigern, Gewalt gegen Mädchen und Frauen als unabänderliche Tatsache hinzunehmen.

Am 14. Februar 2013 erheben sich Frauen und Männer in aller Welt, auf jedem Kontinent, in über 199 Ländern – und in Deutschland inzwischen in über 172 Städten, -  um ein neues Bewusstsein und das Ende dieser Gewalt zu fordern.

ONE BILLION RISING • STRIKE • DANCE • RISE! – Wir sehen uns am Donnerstag :) !

Sollten noch Fragen bestehen, jemand OBR Dresden auf Facebook nicht finden kann oder keinen Zugang dazu haben sollte, dann gerne die Fragen auch an uns, an die Adresse dresden(at)ihollaback.org.

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